Börsianer auf Schutz-Suche ? Wochenkommentar zum 30. August 2010 Börsianer flüchten aus dem Aktienmarkt und suchen
Schutz im Anleihemarkt – der mal wieder als der so oft gepriesene „sichere Hafen“
herhalten muss. Sie flüchten auch aus Aktien, die 6 % Dividende bringen, und flüchten in deutsche 10-jährige Bundesanleihen, die 2,05 % Zinsen bringen. 2,05 % Zinsen abzüglich der Abgeltungssteuer von 30%, minus angenommen nur 1,5 % zu erwartender Inflation ergibt nach Adam Riese eine
Negativ-Rendite. Wo ist da welcher Schutz? Der Run in den Anleihemarkt ist erstens eine von Blindheit getriebene Hysterie: Bernanke
schürte in USA die Rezessionsangst. Da hieß es einfach: „nichts wie raus aus Aktien“. Zweitens
aber dürfte der Run in den Anleihemarkt das Ergebnis einer ganz normalen technischen, kurzfristigen Transaktion sein: wer Aktien verkauft, muss den Erlös irgend- wo parken. Wer ihn nicht aufs Bankkonto legt, bucht dafür Anleihen. So gesehen ist der Anleihemarkt derzeit nichts anderes als ein „Parkplatz für Kurzfrist-Parker“, die nach Abzug der „Bernanke-Krisenwolken“ wieder zurückkehren in den Aktienmarkt. Dann dürfte der „sichere Hafen“ Anleihemarkt recht ungemütlich werden und das Papier mit der Nr. 42438 aus unserer Computeranalyse regelrechte Kurssprünge machen!
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